In der vielleicht eher schamanischen Variante der Psycholyse, den therapeutisch geleiteten Gemeinschaftsritualen, bin ich an die Orte gelangt, wo die Liebe fehlt. Da war der Schmerz und ich konnte erkennen, wie ich versuchte, ihn mit ungeeigneten Mitteln abzuwehren. Nun sind aber die Folgen auch nicht grade ein Wunschkonzert, denn vieles, was nur scheinbar so einigermaßen funktionierte, war Abhängigkeit und Gewohnheit. Was mache ich jetzt mit meinen Selbsterkenntnissen? Die Umbrüche sind radikal und wieder folgt Schmerz, den ich auch einem geliebten Menschen zufüge. Immerhin gibt es jetzt Raum für Neues. Nur, kann ich das noch lernen, das mit der Liebe? Wo ist mein Platz? Der spirituelle Aspekt an der Geschichte ist wohl auch, zu vertrauen. Gibt es eine Absicht des Universums, die Liebe ist? Sicherheit jedenfalls scheint kontraproduktiv, da versteckt sich die Angst. Auch so eine schwierige Erkenntnis aus meinem psycholytischen Prozess.

Nein, das Leben ist nicht leichter geworden, da kann ich nur warnen. Da gibt es Ohnmacht, da gibt es Scheitern, aber es gibt auch eine Öffnung zum Lebendigen, zur Freude, zur Kraft. Und eine neue Liebesgeschichte. Gut, aber was unterscheidet jetzt die Psycholyse von einer anderen Therapie? Ich hatte mal eine, vorher, ein Jahr lang. Vielleicht war sie ja nicht gut geführt, an meinem Granit hat sie nicht gekratzt. Die geeigneten Substanzen haben diese Wucht, diese Energie. Und der Therapeut, die Therapeutin sollten sie in die Tiefe leiten, an den richtigen Ort, das ist dann schon wichtig.

Und noch wichtig sind die eigenen Anstrengungen, es gibt nicht den bequemen Weg, merk dir das, Alexander…

Alexander Radszun (63), Schauspieler