Über die Psycholyse ist es mir immer mehr gelungen, meine eigene traumatische Vergangenheit zu bearbeiten. Dafür, dass ich dieses Verfahren entdecken durfte und den Mut aufbrachte, es anzuwenden, bin ich für immer dankbar. Als Ärztin und Traumatherapeutin kann ich aufgrund meiner eigenen Erfahrungen sagen: konventionelle Therapien sind ohne Frage wichtig, sinnvoll und hilfreich. Doch für viele Menschen, insbesondere traumatisierte Menschen, halte ich die Psycholyse und EMDR für die weitaus hilfreichsten und tiefgreifendsten Verfahren, um Heilung zu erreichen.

Ich wünschte, alle Menschen, die die Psycholyse als hilfreich an sich erlebt haben, könnten sich öffentlich zeigen und von ihren positiven Erfahrungen berichten, ohne Repressalien befürchten zu müssen. Es ist dringend erforderlich, die unselige Verwirrung zwischen ungezügeltem Drogenkonsum und der Anwendung von bestimmten psychoaktiven Substanzen in der Psychotherapie deutlich werden zu lassen und darüber ein segensreiches und heilsames Verfahren endlich wieder in die Legalität zu bringen, wo es schon einmal war. Das geht aber nur durch wirklich umfassende Aufklärung.

In meinem Buch mit dem Titel „Die Hölle liegt hinter mir“, was voraussichtlich im Herbst erscheinen wird, offenbare ich meine Geschichte und hoffe, für diese Entwicklung einen hilfreichen Beitrag leisten zu können. Jeder Mensch hat ein Recht, geholfen zu bekommen, sofern es dafür eine Möglichkeit gibt. Zu wissen, dass zumindest eine Chance besteht, jemandem hiermit helfen zu können und es dem Betroffenen vorzuenthalten, aus Gründen, die schlichtweg nicht den Tatsachen entsprechen, empfinde ich als unethisch.

Angelika Berning (60), Ärztin, Psychotherapeutin