Chandra Margrit

Chandra Margrit

1. Warum hast du Psycholyse gemacht? Hattest du persönliche Probleme, warst du in Therapie oder warst du z.B. einfach neugierig?

Aufgrund sich stetig wiederholender depressiver Verstimmungen und Beziehungsproblemen hat mich ein Freund aufgefordert, Psycholyse auszuprobieren, um damit andere Einsichten in meine Probleme zu erlangen.

2. Wenn du Probleme hattest: inwieweit hat dir die Psycholyse bei deren Bewältigung geholfen? Was ist der Unterschied zu anderen Therapien? Wenn nicht: welchen Einfluss haben die Erfahrungen auf dein aktuelles Leben?

Schon bei der ersten Sitzung habe ich tiefgreifende Erkenntnisse erlangt, die mir erlaubten, Probleme und körperliche Symptome in einem anderen Licht zu sehen und dadurch auch besser zu bewältigen. Weitere Erfahrungen mit der Psycholyse haben mich auf einen Weg der Zuversicht und des Vertrauens gebracht. Ich gebe mich heute dem Leben mit all seinen Erfahrungen vollkommen hin.
Ich habe auf einer psycholytischen Reise „gesehen“, dass jede Lebenserfahrung sich als ein grosses Puzzleteil zeigt und sich perfekt zu einem grossen Ganzen zusammenfügt. Das Puzzle wird wohl erst zum Ende meines Lebens fertig gestellt sein.
Auf jeder Reise konnte ich in die Stille eintauchen, Stille, die für mich wahre Liebe bedeutet. Dort konnte ich mich vollkommen erholen und es ist mir mittlerweile auch im Alltag möglich, in diesen Zustand einzutauchen. Eine grosse Freiheit hat in mir Raum gefunden.

3. Immer wieder liest man davon, dass Psycholyse Machtmissbrauch, Grenzüberschreitung und Scharlatanerie bedeutet. Wie siehst du das aus deiner persönlichen Erfahrung heraus?

Ich wurde immer sehr gut begleitet. Deshalb habe ich weder Machtmissbrauch noch Grenzüberschreitung erlebt. Ebenso bin ich nie einem Scharlatan begegnet. Das Setting und die fachgerechte, psychologische Begleitung sind jedoch das Wesentliche auf einer psycholytischen Sitzung.

4. Die Psycholyse bzw. die meisten dazu benötigten Substanzen sind ja verboten. Wie stehst du dazu?

Ich finde es ausserordentlich bedauerlich, dass die hilfreichsten Substanzen wie z.B. LSD, MDMA und Meskalin etc. in der Schweiz verboten sind und man deshalb gezwungen wird, diese hilfreichen Erfahrungen im Ausland zu machen. Es ist bekannt, dass herkömmliche Medikamente oft unangenehme Nebenwirkungen haben oder gar abhängig machen können. Ausserdem könnten hohe Kosten für Medikamente, vor allem für Psychopharmaka, vermieden werden. Wie man allgemein weiss, sind die Preise für Medikamente ja in der Schweiz am höchsten.

5. Hast du noch weitere Bemerkungen, die dir wichtig sind, sofern sie nicht durch die an- deren Fragen beantwortet wurden?

Abschliessend kann ich sagen, dass keine andere Therapie wie z.B. Psychotherapie oder körperzentrierte Therapie in meinem Leben dermassen tiefe Veränderungen und Heilungsprozesse in Gang gesetzt haben. Essentiell ist natürlich, dass die gemachten Einsichten ins Leben integriert werden.

Auf jeden Fall würde ich Hilfesuchenden die Psycholyse empfehlen.

Chandra Margrit (69), selbständig/pensioniert