Plädoyer der Vernunft

von | Okt 26, 2015 |

Es gab in der Geschichte der Menschheit schon immer Menschen, die ihr Bewusstsein manipuliert haben – mit und ohne Drogen. Kein Verbot hat darauf einen Einfluss. Die Geschichte der Prohibition hat gezeigt, das Suchterkrankungen immer unabhängig von Verboten bestanden, die Heilungschancen dadurch aber negativ beeinflusst wurden, weil Menschen in die Kriminalität statt in eine Behandlung getrieben wurden. Wir müssen außerdem akzeptieren, dass bestimmte Drogen Heilkräfte haben, während andere der Selbstzerstörung dienen. Es ist nicht nur unsinnig sondern auch gefährlich, an dieser Stelle keine evidenzbasierte Aufklärung zu unterstützen, sondern immer nur monoton zu wiederholen: man soll keine Drogen nehmen. Die ist Politik aufgefordert, sich um diese Sache zu kümmern. Hier geht es darum, Vernunft walten zu lassen, statt Moral. Wir müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen so ändern, dass Menschen, die bisher verbotene Substanzen für ihre persönliche Heilung und die Erweiterung ihres Bewusstseins einsetzen wollen, nicht in Angst vor Verfolgung und Bestrafung leben müssen.

Das Verbot und die Illegalität schaffen außerdem unkontrollierbare Risiken, z.B. durch den Einsatz unerforschter aber legaler Research Chemicals. Außerdem ist es dringend notwendig, den potenziellen Nutzen der psycholytischen Therapie weiter zu erforschen. Wie konnte es dazu kommen, dass wir uns als selbst denkende Menschen vorschreiben lassen, ob und welche Drogen wir einnehmen? Dürfen wir unser Leben nicht selbst gestalten? Wem schadet das, wenn ich Drogen nehme? Die Propaganda der Drogenpolitik der letzten 50 Jahre hat wirklich ganze Dienste geleistet, wenn es darum ging, uns systematisch mit moralischen Verzerrungen und Fehlinformationen quasi das Gehirn zu waschen. Wir sehen nicht den positiven Drogengebrauch, weil wir das Wort „Droge“ gar nicht ohne Missbrauch denken können. Mit den alten und neuen Erkenntnissen sowohl der offiziellen Forschung und aber auch des Untergrunds der letzten 30 Jahre gibt es eine solide Basis für den Neubeginn einer offenen Diskussion über die Psycholyse.

Die Qualität der Debatte über die psycholytische Psychotherapie hat in Deutschland ihren Tiefpunkt erreicht. Diffamierungen und Verleumdungen prägen sie ebenso wie die komplette Ignoranz bestehender und laufend aktualisierter Forschungsergebnisse. Menschen, die sich psycholytisch behandeln lassen wollen, sind keine Patienten, sondern „Anhänger“. Therapeuten, die ihre Klienten dabei unterstützen, werden zu „Sektierern“ und „Scharlatanen“. Und eine Gruppe von Menschen, die sich für den bewussten und kontrollierten Gebrauch von bewusstseinsverändernden Substanzen engagiert, ist keine Minderheit, sondern eine „Sekte“. So einfach wird eine vielversprechende und zukunftsweisende Therapiemethode intellektuell und sozial in den Mülleimer befördert.

Für jemanden wie mich, der das heilsame Potenzial der Psycholyse am eigenen Leib und der eigenen Seele erfahren durfte, sind diese Umtriebe wie öffentliche Prügel. Es ist schwer auszuhalten, wenn man sieht, wie eine feine Sache derart in den Dreck gezogen und verunglimpft wird. Denken wir, dass wir allein schon durch das Wort „Drogen“ in einen sozialen Abgrund stürzen, aus dem wir uns nicht mehr erholen? Wir müssen dringend darüber sprechen, dass es auch „Drogen“ gibt, die hilfreich sind.

Simon Frey (54), Apotheker

"Das Verbot von MDMA und LSD halte ich in Anbetracht ihres niedrigen Risikopotenzials für unsinnig!"

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Esther M. Caduff (48), Fachspezialistin Gesundheitsförderung

"Weil der Mensch das Recht auf Heilung hat. Meine Seele gehört mir!"

Christoph Kahse (46), Psychotherapeut und Musiker

"LSD und MDMA sind segensreiche Heilmittel. Ihr Verbot ist ein Verlust für die Menschheit!"

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Kasia Weidenbach (44), Ärztin und Psychotherapeutin

"Psycholytische Substanzen können uns wecken für ein tieferes Bewusstsein, für Liebe und Einssein."

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Martin Werner (36), Dipl.Kfm.

"Ich habe über die Psycholyse meinen Lebenssinn erkannt, auf dem mein heutiges Lebensglück gründet!"

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Rahel Nicolet (23), Studentin

"„Weil das Leben ein Trip ist und durch Psycholyse noch schöner wird!“

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Sebastian Weidenbach (46), Arzt und Psychotherapeut

"Psycholyse oder der Gebrauch psycholytischer Substanzen ist etwas ganz und gar Selbstverständliches."

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Silvia Burren (57), Sterbe-, Trauer- und Lebensbegleiterin

"Psychedelika sind die potentesten und heiligsten Heilmittel für uns Menschen."

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Ueli Frey (68), Ingenieur

"Mich für die Psycholyse zu entscheiden, war die Entscheidung, dieses Leben mit all seinen schönen und schrecklichen Seiten zu akzeptieren und voll zu verantworten."

Micha Pürschler (40), Sozialpädagoge/Sozialarbeiter

"Ich bin Psycholyse, da ich mir Verrücktheit nicht mehr leisten will!"

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Christian Raab (43), Erziehungswissenschaftler

"Psycholyse, soweit sie gewissenhaft betrieben wird, ist eine weit erforschte und bewährte Methode."

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Cristina Zotter (47), Erziehungs- und Familienberaterin

"Weil Psycholyse das Beste in mir weckt."

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Stefan Krahl (52), Freier Architekt

"Mit der Lupe das Leben betrachten. Verantwortung entwickeln. Lieben. LSD und MDMA legalisieren."

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