1. Warum hast du Psycholyse gemacht? Hattest du persönliche Probleme, warst du in Therapie oder warst du z.B. einfach neugierig?

Ich war neugierig. Kam Jahre davor mit Schamanismus in Berührung und suchte wieder einen Weg, weiter in mein Innerstes zu kommen.

2. Wenn du Probleme hattest: inwieweit hat dir die Psycholyse bei deren Bewältigung geholfen? Was ist der Unterschied zu anderen Therapien? Wenn nicht: welchen Einfluss haben die Erfahrungen auf dein aktuelles Leben?

Die Psycholyse hat mit überhaupt erst bewusst gemacht, dass ich ‚Probleme‘ hatte. Bis dato war ich mir vieler meiner Gefühlszustände gar nicht bewusst, dass ich z.B. negative Gefühle immer verdrängt habe, statt mich ihnen zu stellen. Und infolge dessen diese auch zulasten meines Umfelds oft ausagierte.

Da ich im Berufsleben wie auch im Privaten ganz gut funktioniert hatte, stellte ich mich auch nie sonderlich gross in Frage. Dank der Psycholyse bin ich wacher und bewusster geworden. Dadurch, dass ich weniger Konflikte mit mir und meiner Umwelt habe, ist mein Leben seitdem friedlicher und ich selber bin zufriedener geworden. Auch ist mein Bewusstsein gewachsen u.a. für die Momente in denen ich mein Herz wieder verschliesse oder ich im Widerstand bin mit dem was gerade ist.

3. Immer wieder liest man davon, dass Psycholyse Machtmissbrauch, Grenzüberschreitung und Scharlatanerie bedeutet. Wie siehst du das aus deiner persönlichen Erfahrung heraus?

Wie bei allem was der Mensch so tut, kommt es meist darauf an was für ein Zweck dahintersteht. Bei meinen Lehrern war die Liebe die Motivation. Und so habe ich persönlich weder Machtmissbrauch noch Grenzüberschreitung oder Scharlatanerie erfahren, sondern von der Psycholyse bisher nur profitiert.

4. Die Psycholyse bzw. die meisten dazu benötigten Substanzen sind ja verboten. Wie stehst du dazu?

Das hat mich in der Tat sehr erschreckt. Und dementsprechend hat es auch länger gedauert bis ich an der ersten Sitzung teilnahm. Hier sind allerdings Grenzen vom Gesetzgeber gesetzt, die ein Normalsterblicher, wie ich nicht zu durchdringen vermag. Während u.a. Substanzen wie Nikotin und Alkohol oder diverse pharmazeutische Produkte mit einer nachgewiesenen hohen Suchtproblematik und auch Gesundheitsschädigung ‚legalisiert‘ sind, sind Substanzen wie ich sie von der Psycholyse her kenne verboten. Obwohl diese nachgewiesen wesentlich geringere bzw. gar keine negativen Auswirkungen haben*. Das hat es mir leicht gemacht die Psycholyse als Wegbegleiter und Instrument zur Herzöffnung weiter zu nutzen. *..ausser sie werden mengenmässig missbraucht – was sie dann aber auch wieder nicht unterscheidet von ‚legalen‘ Suchtmitteln und zudem mit Psycholyse nichts mehr am Hut hat

5. Hast du noch weitere Bemerkungen, die dir wichtig sind, sofern sie nicht durch die anderen Fragen beantwortet wurden?

Mir fehlt in der Diskussion u.a. in den Medien die differenzierte Betrachtung. Während bei Alkohol und Nikotin beispielsweise meist die Eigenverantwortung ins Spiel gebracht wird, ist dies bei dem Gebrauch von psycholytischen Substanzen oft nicht der Fall. Dies schmerzt dann umso mehr, wenn unabhängige Studien verschiedener Institutionen positive therapeutische Wirkungen nachweisen konnten und zudem der Namen wichtiger Vorreiter und Lehrer in den Schmutz gezogen wird.

Lutz (51), Analyst Nachhaltigkeit