1. Warum hast du Psycholyse gemacht? Hattest du persönliche Probleme, warst du in Therapie oder warst du z.B. einfach neugierig?

Schon Jahre vor der Entdeckung der Psycholyse haben mich Beschreibungen über die inneren Ursachen der Phänomene interessiert und angezogen. Ich konnte diese Einsichten aber nicht anwenden oder ausbauen, war nur hilflos damit. Mit der Psycholyse dann bin ich den Weg nach Innen weiter gegangen. Sicher habe ich auch Probleme und war in Therapie, aber das war kein Grund dafür. Nach zehnjähriger Pause habe ich wieder mit Psycholyse angefangen, jetzt noch weniger wegen therapeutischer Anliegen. Es ist etwas gänzlich anderes, das mich dahin treibt!

2. Wenn du Probleme hattest: inwieweit hat dir die Psycholyse bei deren Bewältigung geholfen? Was ist der Unterschied zu anderen Therapien? Wenn nicht: welchen Einfluss haben die Erfahrungen auf dein aktuelles Leben?

Probleme lösen war für mich  immer nach allem Leid ein soo einfaches Ende vom Kampf mit einem Stück der Wirklichkeit. Die Sicht auf etwas weitaus Größeres, als mein bescheuertes Ichsein ist für mich der Motor. Das ist einfach – und es ist auch der Unterschied zu therapeutischen Anwendungen, wie ich sie kenne. Probleme und meine Kämpfe damit sind ja gar nicht liebevoll.

3. Immer wieder liest man davon, dass Psycholyse Machtmissbrauch, Grenzüberschreitung und Scharlatanerie bedeutet. Wie siehst du das aus deiner persönlichen Erfahrung heraus?

Oh, es so zu sehen geschieht aus guter Ablehnung und berechtigtem Respekt. Die genannten Begriffe bewachen das innere Gelände und bewahren es vor denen, die in Bildern leben und so bleiben wollen.

Psssst!

4. Die Psycholyse bzw. die meisten dazu benötigten Substanzen sind ja verboten. Wie stehst du dazu?

Es ist wie oben. Das Verbot der Substanzen schützt diese Zugänge und macht das Durchkommen zu etwas Besonderem, Hochpreisigen und Seltenen. Unsere gesellschaftliche Ordnung weist mit diesen Verboten einmal mehr auf unsere Reife als Menschen hin, Kinder eben, die fest verschlossenen Auges an ihre Bilder glauben. Ob es noch lange so geht?

R. P. (59), Pädagoge