Im Hinblick auf die Info- und Aufklärungsevents zur psychedelischen Therapie im Jahre 2016 kann man einen Erfolg verbuchen. Die Events fanden einen großen Zuspruch und vor allen ein riesiges Interesse, wie man an der Zahl der Besucher*nnen sehen kann. Leider fand sich bis jetzt niemand aus den Fachkreisen der Psychologie, der oder die sich an den Podiumsdiskussionen beteiligt hat, geschweige denn ein Statement zu dem Thema abgegeben hätte. Die einzigen Ausnahmen sind Rolf Verres und Peter Hess, die sich zur Diskussion in Mannheim erfreulicherweise bereit erklärt hatten. Hierfür möchte ich noch einmal meinen herzlichen Dank aussprechen.

Dieses Projekt hatte seinen Anfang in Trier genommen, wo die Fachschaft bereit war, mit mir zusammen den Film „Der verbotene Weg“ von Christoph Kahse zu zeigen. Da dort ebenfalls niemand aus den Fachkreisen der Universität bereit war, ein Statement zu dem Thema abzugeben, habe ich Peter Jarek das selbst in die Hand genommen und eine Präsentation zum Thema „Psychedelische Therapie“ erarbeitet. Der Vortrag bot einen Überblick zu den Bereichen Set und Setting, Indikation und Kontraindikation sowie Sicherheit und Risiken dieser Therapieform. Darüber hinaus gab es einen großen Block, der sich mit der aktuellen Forschung beschäftigte. Hier wurden die verschiedenen Psychedelika und ihre Anwendungsgebiete, wie z.B. MDMA zur Behandlung von PTBS (posttraumatische Belastungsstörung), LSD und Psilocybin oder Ibogain im Zusammenhang mit Sucht und Abhängigkeit sowie Cluster-Kopfschmerzen behandelt. Ebenfalls wurden Möglichkeiten zur Behandlung von Patienten mit terminierten Krankheiten (Krebs) dargestellt und entsprechende Studien vorgestellt. Der wissenschaftliche Teil und seine Erforschung wurden genau wie die mögliche Selbsterfahrung bei gesunden Klienten angesprochen.

Nach kurzer Zeit hatte ich eine Anfrage von Christoph Kahse, dem Gründer der Psychedelischen Gesellschaft Deutschland, ob er sich bei der Verbreitung und Aufklärung zu diesem Thema in irgendeiner Form anschließen könne. Ich empfand dies als große Anerkennung, und somit gab es nun zwei Statements, die ihren Platz in den Vorträgen bekamen. Christoph hatte sich eher auf die Selbsterfahrung ausgerichtet und die Ergebnisse seiner Kampagne „Ich bin Psycholyse“ vorgestellt, wobei ich mich eher auf die wissenschaftliche und allgemeine Darstellung der Anwendung von Psychedelika konzentriert habe. Beides hatte meiner Meinung nach einen großen Stellenwert in der Betrachtung und Anwendung von Psychedelika und sollte öffentlich zur Etablierung der psychedelischen Erfahrung in beiden Kontexten diskutiert werden. Genau dies geschah auch nach den Vorträgen und es wurde hitzig, leidenschaftlich und auf hohem Niveau diskutiert. Über Psychedelika selbst, über ethische und moralische Fragen sowie über den Nutzen der psychedelischen Erfahrung für die Wissenschaft und Selbsterfahrung und daraus folgenden Selbsterkenntnis.

Die Zusammenarbeit hat das Projekt meiner Meinung nach ergänzt, und nach kurzer Zeit konnte ich weitere Kooperationspartner wie den Gründer des Entheo-Science Kongresses, Joe Schraube, zur Unterstützung dieses Projektes dazu gewinnen. Ebenfalls hat sich die German Psychedelic Society als Unterstützer eingebracht.

Dieses Projekt wird im Jahr 2017 natürlich fortgesetzt, und findet hoffentlich auch dann weiteren großen Zuspruch. Ich freue mich auf alles, was da kommt.

In Liebe – Peter Jarek