1. Warum hast du Psycholyse gemacht? Hattest du persönliche Probleme, warst du in Therapie oder warst du z.B. einfach neugierig?

Mir wurde die Psycholyse von einem Freund empfohlen, als ich in einer Lebenskrise war und nicht mehr weiter wusste. Ich begann zeitgleich mit einer Psychoanalyse und der Psycholyse. Nach vier Jahren sehr fruchtbarer paralleler Therapie sah ich mich mit der Analyse an einer Grenze angekommen, über die ich mit der Psycholyse weiterschreiten konnte.

2. Wenn du Probleme hattest: inwieweit hat dir die Psycholyse bei deren Bewältigung geholfen? Was ist der Unterschied zu anderen Therapien? Wenn nicht: welchen Einfluss haben die Erfahrungen auf dein aktuelles Leben?

Die Psycholyse hat mir geholfen, mein Befindlichkeitsspektrum von angenehm/unangenehm in eine breite Palette differenziertester Gefühle zu erweitern. Durch Wahrnehmungs- und Bewusstseinsschulung lernte ich überhaupt, mich selbst und meine Grenzen zu spüren und auch mein Gegenüber zu fühlen. Mehr Gefühl für mich führte auch zu mehr Mitgefühl für meine Mitmenschen. Das hat mir nicht zuletzt in meinem Beruf sehr geholfen. Ich erlebe dies als eine Befreiung, Befreiung von unbewusstem Reagieren. Ich reagiere weniger körperlich mit somatischen Symptomen, sondern lernte mich auszudrücken. Ich habe ein ganz anderes Körpergefühl. Ich kann mich besser um meine Bedürfnisse kümmern, weil ich spüre was ich brauche und was mir gut tut. Das wirkt sich auch auf meine Beziehungen positiv aus. Indem ich mich selbst mehr fühle, erfülle ich mich und lebe ein viel erfüllteres, intensiveres, selbstbestimmteres und glücklicheres Leben. Ich bin nicht mehr eine Ich-Insel, sondern verbunden mit meiner Um-Welt.
Der Unterschied zu anderen sicher auch sehr hilfreichen Therapien liegt darin, dass man schneller die eingefahrenen Blockaden überwinden kann, tiefer schauen kann, woran es liegt. Auch in anderen Therapien habe ich mich angenommen gefühlt, aber in der Psycholyse habe ich selbst das Lieben gelernt. Das ist für mich der wesentlichste Unterschied und ich bin äußerst dankbar dafür.

3. Immer wieder liest man davon, dass Psycholyse Machtmissbrauch, Grenzüberschreitung und Scharlatanerie bedeutet. Wie siehst du das aus deiner persönlichen Erfahrung heraus?

Ich bin ein kritischer Mensch und Manipulationen gegenüber äußerst wachsam. Wenn ich etwas Derartiges spüre, gehe ich sofort weg. Bei meinen Lehrern habe ich nie Derartiges erlebt, es stand mir immer frei, Kritik zu äußern oder zu gehen. Ich habe stets Wohlwollen und Liebe erlebt, ja diese zum ersten Mal überhaupt bedingungslos erlebt. Die Liebe als Lehrer ist stets frei von Machtmißbrauch und man merkt sehr schnell, wer da steht und wer nicht. Das gilt übrigens für mich für alle Arten von Therapie, denn Machtmißbrauch und Grenzüberschreitung könnte man doch überall finden.

4. Die Psycholyse bzw. die meisten dazu benötigten Substanzen sind ja verboten. Wie stehst du dazu?

Ich finde, dass das eine politische Frage ist. Welche Lobby verbietet denn diese Substanzen und erlaubt andere, wirklich schädigende Drogen? Geht es nicht HIER um Machtmißbrauch?
WER UND WAS HEILT, HAT RECHT, finde ich, und deshalb halte ich die Einnahme von bestimmten erprobten Substanzen innerhalb eines haltenden therapeutischen Rahmens für sehr heilsam für ein gesundes Leben und eine stabile Psyche und nicht zuletzt für ein konfliktfreieres Miteinander. Wenn mehr wirkliche Aufklärung über die Psycholyse stattfinden würde und sie nicht immer in die Schmuddelecke getrieben würde, könnte man einsehen, dass sie gefährlich nur im Sinne von Gesundung der Gesellschaft ist. Eine Legalisierung könnte viel mehr Menschen Zugang zu Heilung und Gesundung ermöglichen. Und was spricht denn da dagegen?

5. Hast du noch weitere Bemerkungen, die dir wichtig sind, sofern sie nicht durch die an- deren Fragen beantwortet wurden?

Ich möchte meinen Dank an diejenigen richten, die Psycholyse und damit Heilung ermöglichen, trotz all der Verleumdungen, Anfeindungen, Bedrohung durch Rufmord, Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung, Mobbing und all den schwierigen Konsequenzen für ihr Leben und das ihrer Familien.

Astrid (46), Dipl.-Kunsttherapeutin

Wir verwenden Cookies, um Ihr Erlebnis auf unserer Website zu verbessern. Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Verwendung unserer Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden. Unsere Datenschutzerklärung mit weiteren Hinweisen befindet sich hier: Datenschutzerklärung.

Schließen