Guten Tag Herr Burghardt,

Barbara Rang

Barbara Rang

ich habe Ihren Artikel von 12./13. September in der Süddeutschen Zeitung mit dem Titel „Gehirngewaschen“ gelesen und möchte mich dazu äußern. Eigentlich wäre die beste Antwort ein anderer Artikel aus der Süddeutschen Zeitung (2011) unter dem Titel „Glückspilze“. Dort berichtet Ihr Kollege über die Wirkung der halluzinogener Pflanzen, dass „eine einmalige starke Dosis Psilozybin die Persönlichkeit eines Erwachsenen dauerhaft verändern kann, hin zu mehr Offenheit“. Ich habe selbst vor 25 Jahren eine solche Erfahrung gemacht und bin bis heute dankbar dafür. Das heisst nicht, dass man das jedem empfehlen soll. Aber für diejenigen, die diesen Weg gewählt haben, sollte es möglich sein. Immer wieder lese ich über die so selten erlaubten Forschungsprojekte. Sie berichten alle über die positive Wirkung von Substanzen, die aber weiterhin verteufelt und verboten bleiben. Ich spreche über LSD, MDMA, Meskalin und psychoaktive Pflanzen.

Es gibt Gott sei Dank einige mutige Menschen, die trotz diesem Verbot die Wirkung diese Substanzen erforschen und leider im „Untergrund“ mit ihnen arbeiten müssen. Sonst wäre als einzige Möglichkeit geblieben, dass unerfahrene Menschen Selbstversuche starten, die nicht immer ungefährlich sind. Fragen Sie junge Menschen. Es gibt nur wenige unter ihnen, die das nie versucht haben. Vielleicht suchen sie eine mystische Erfahrung, die Ihr Kollege so schön beschreibt: „Ein überwältigendes Einheitserlebnis, in dem die Grenzen zwischen Ich und Umwelt und das Zeitgefühl verschwinden. Ein Gefühl der Heiligkeit durchdrungen von Ehrfurcht und Erstaunen, das zweifellos als wahr empfunden werde“.

Aus welchem Grund Menschen, jung oder alt, die Erfahrung mit psychoaktiven Substanzen suchen, müßte vielleicht überhaupt gefragt werden und auch respektiert. Es ist nicht richtig, sie alle als verwirrt oder Gehirngewaschen zu beschreiben. Wenn junge Menschen diese Substanzen einnehmen, ohne genug über ihre Wirkung zu wissen und ohne Anleitung eines erfahrenen Führers auf diesem Weg, ist das gefährlich.

Eine richtige Aufklärung wäre dringend notwendig, aber wer soll sie anbieten, wenn diejenigen, die etwas darüber wissen, weil sie es probiert haben, es nicht dürfen. Warum dürfen Erwachsene, die sich da auskennen, nicht darüber berichten? Was bleibt ist „Der Krieg gegen Drogen“ mit bekannten Folgen. Dazu ein Leitartikel der Frankfurter Rundschau vom 29. Dezember 2011: „Gute Drogen, schlechte Drogen“.

Ich finde sehr schade, dass man darüber nicht frei sprechen kann, und dass die zwei verbitterte Austeigerinnen die ganze Szene beherrschen und als grösste Expertinnen in diesem Gebiet gefragt werden. Man müßte da noch andere fragen, um etwas über die Wahrheit zu erfahren.

Deswegen schicke ich diesen Brief unter meinem richtigen Namen. Wenn sie mit mir sprechen wollen, stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen
Barbara Rang

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