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von | Okt 26, 2015 |

Die Psychedelische Gesellschaft Deutschland möchte ein Gegengewicht zur vorverurteilenden Haltung gegenüber der psychedelischen Therapie (auch bezeichnet als Psycholyse, psycholytische, oder substanzgestützte Therapie) darstellen. Das zentrale Anliegen ist die Aufklärung über die kontrollierte Verwendung psychoaktiver Substanzen wie z.B. MDMA, LSD oder Psilocybin für die Behandlung psychischer Probleme.

Immer wieder wurde behauptet, dass es keine Belege für ihre Wirksamkeit gäbe oder dass es sich um eine überholte und abwegige Idee aus den 60er Jahren handle. In der Tat ist die Zahl von Probanden, die hochwertige Studien durchlaufen haben, zu gering, um die Wirksamkeit des Einsatzes psychoaktiver Substanzen für die Therapie als gesichert anerkennen zu können. Das Fehlen genügender Untersuchungen hängt aber nicht mit dem Potenzial dieser Möglichkeit, sondern eher mit der Illegalität und auch einem schlechten Ruf der verwendbaren Substanzen zusammen. Forscher im deutschsprachigen Raum haben meist zu viel Angst um ihre Karriere, wenn sie sich mit diesem Gebiet beschäftigen. Zudem sind finanzielle Anreize nicht vorhanden, da die Patente für die brauchbaren Mittel längst ausgelaufen sind.

Aber abgesehen von der Verwendung von Psychedelika im psychotherapeutischen Kontext gibt es Anwendungsmöglichkeiten für diese wahrnehmungsintensivierenden Hilfsmittel, die über die Behandlung psychischer Störungen hinausgehen und der Förderung der mentaler Gesundheit dienen können. Das Verbot dieser speziellen psychedelischen Wirkstoffe hat allerdings zu gesellschaftlichen Fehlentwicklungen und Gefahren geführt, denen man durch faktenbasierte Aufklärung über die Wirkungsweise und den sachgerechten Umgang begegnen muss.

Mission-Statements

1. Wichtigstes Anliegen der Psychedelischen Gesellschaft Deutschland ist die Aufklärung über Nutzen und Wirksamkeit zur Zeit verbotener Psychedelika und Entaktogene wie z.B. LSD, MDMA oder Meskalin im Rahmen von Therapie und Selbsterforschung. Diese Aufklärung soll anhand der aus persönlichen Erfahrungsberichten und wissenschaftlicher Forschung gewonnenen Erkenntnissen betrieben werden. Der öffentliche Diskurs über das Thema soll weg von der Pathologisierung in Richtung Aufklärung gelenkt werden. Die Erforschung und Dokumentation von Erlebnissen dieser Wirkstoffe im oben bezeichneten Kontext sollen gefördert und publiziert werden. In keiner Weise wird der unbedachte und rein am Vergnügen orientierte Konsum von Substanzen befürwortet, die dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt sind.

2. Die für die psychedelische Therapie einsetzbaren Substanzen sind Katalytika, die der Bewusstwerdung und Bearbeitung psychischer Konflikte im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung oder der salutogenetischen Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit im Rahmen von eigenverantwortlicher Selbsterfahrung dienen können, sofern sie richtig verwendet werden. Zum richtigen Umgang gehört die Schaffung eines geeigneten Rahmens (Set und Setting) und eine diagnostische Abklärung (Indikationen und Kontraindikationen).

3. Der momentane Umgang mit diesen Mitteln und die Klassifikation dieser Wirkstoffe als Drogen ist unangemessen und irreführend. Die Risikobewertung sollte sich an wissenschaftlichen Ergebnissen orientieren statt an politischen Interessen oder moralischen Haltungen. Durch das Verbot wird eine absurde Situation geschaffen: jeder Mensch kann jede Substanz an jedem Ort frei erwerben, unabhängig von seinem gesundheitlichen Zustand, Alter und ohne Beratung und Aufklärung. Die Kriminalisierung der Anwender ist nicht geeignet, deren Gesundheit angemessen zu schützen. Eine (auch teilweise) Aufhebung der Prohibition kann sicher nicht alle Probleme rund um das Thema Drogen lösen, aber sie könnte sicherlich die Probleme beseitigen, die sie selbst geschaffen hat.

Weitere Informationen zur Positionierung der Psychedelischen Gesellschaft: Stellungnahme

Hinweis: Die Inhalte dieser Webseite behandeln teilweise Gesundheitsthemen. Sie dienen weder der Selbstdiagnose noch ersetzen sie professionelle ärztliche oder psychotherapeutische Diagnosen. Menschen mit psychischen Störungen und akuten Krisensituationen sollten einen Arzt, Psychiater oder Psychotherapeuten zur Bearbeitung ihrer Probleme aufsuchen.

Die Inhalte dieser Seite dienen weder der Verharmlosung möglicher negativer Folgen noch der Verherrlichung des unkontrollierten Gebrauchs psychoaktiver Wirkstoffe. Die Psychedelische Gesellschaft Deutschland fordert auch nicht zu illegalen Aktivitäten auf und distanziert sich in jeglicher Hinsicht vom gesundheitsschädigenden Konsum von dem BTMG unterstellten Substanzen.

Der Konsum von auf dem Schwarzmarkt erhältlichen psychoaktiven Substanzen stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar und soll durch die bereitgestellten Informationen nicht gefördert werden. Auch sollen durch diese Aufklärungsarbeit weder die Durchführung von psycholytischen befürwortet werden noch ist die PGD verantwortlich für die Konsequenzen, die aus diesen Informationen erwachsen. Die illegale Anwendung psycholytischer Substanzen im therapeutischen Kontext ist ein weit gefächertes Problem, zu dessen Lösung wir langfristig durch Aufklärung und Anregung zur Forschung beitragen wollen.

Wir erhalten immer wieder Anfragen nach Möglichkeiten einer psycholytischen Therapie. Wir bieten allerdings keine derartigen Behandlungen an und können weder Therapeuten noch Behandlungsmöglichkeiten vermitteln.

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